Ernährung
bei Gicht und Hyperurikämie
Unter Gicht versteht man eine Störung des Purinstoffwechsels im Körper. Purine sind Nahrungsbestandteile, die im Körper zu Harnsäure abgebaut werden. Gichtkranke leiden unter einer erhöhten Konzentration von Harnsäure im Blut. Man spricht von einer Hyperurikämie, wenn die Harnsäurewerte über 7 mg% liegen. Unter Umständen kann die Harnsäure in den Gelenken auskristallisieren und zu akuten, schmerzhaften Gichtanfällen und Gelenkveränderungen führen. Als weitere Komplikation können sich Harnsäuresteine in der Niere ablagern. Harnsäure beim gesunden Menschen: unter 7 mg/dl Blutserum (bei Frauen 6 mg) Gesunde Ernährung ist zwar kein Allheilmittel, unterstützt aber die medikamentöse Therapie und kann vor allem helfen, akuten Gichtanfällen vorzubeugen. Durch purinarme Kost und einige einfache Ernährungsregeln können Sie selbst dazu beitragen, den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen.
Bei der Diätform kann man zwischen purinarmer Diät und streng purinarmer Diät unterscheiden. Normalerweise werden nicht die Purinmengen zugrunde gelegt, sondern die Menge daraus gebildete Harnsäure. Bei purinarmer Kost sollte die Nahrung nicht mehr Purin enthalten, als zur Bildung von 300mg Harnsäure am Tag benötigt wird. Ob eine streng purinarme Diät mit max. 120mg gebildeter Harnsäure notwendig ist, entscheidet der Arzt. Über den Puringehalt der einzelnen Lebensmittel informiert Sie am besten eine ausführliche Nährwerttabelle.
Beachten Sie bitte folgende Hinweise:
Lebensmittelauswahl
Geeignete purinfreie, bzw. -arme Lebensmittel (unter 25mg Harnsäure/100g): Milch, Milchprodukte, Obst, viele Gemüsesorten , Fette, Eier, Kartoffeln
Bedingt geeignetes Gemüse (über 25mg Harnsäure/100g): Spinat, Sellerie, Blumenkohl, Karotten, Spargel, Rotkraut, Lauch, Feldsalat, Pilze
Ungeeignetes Gemüse (über 150mg Harnsäure/100g): Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen, Soja)
| Patientenliteratur | Prof.
Zöllner, Prof. Wolfram: Diät bei Gicht und Harnsäuresteinen,
Verlag: Falken |